Eine falsche Diagnose konnte tödlich sein - für den Arzt!
Der Ursprung der TCM liegt am chinesischen Kaiserhof. Die kaiserliche Familie war göttlich, was zur Folge hatte, dass Patient und vor allem Patientin nicht berührt werden durfte! Die Pulsdiagnostik beispielsweise konnte daher nur durch hauchdünne Seidenbänder erfolgen. Desweiteren gab es die "Lady-Dolls", kleine Elfenbeinpüppchen, anhand derer die kaiserlichen Damen demonstrieren konnten, wo sie Schmerzen hatten.
Da eine falsche Diagnose in diesem Umfeld für den Arzt durchaus tödlich enden konnte, entwickelte sich auf Basis der bestehenden eingeschränkten Untersuchungsmöglichkeiten eine hochdifferenzierte Diagnostik.
Den Anfang machten die zehn klassischen Fragen
Neben den Symptomen, nach denen auch ein westlicher Arzt fragt, ist in erster Linie die ganzheitliche Sicht des Menschen wichtig.
Es werden Fragen nach Fieber, Schwitzen, dem Stuhlgang, Durst und Schlaf gestellt, die im weiteren Gespräch vertieft werden. Beispielsweise deutet Nachtschweiß auf einen Yin-Mangel hin, Tagesschweiß bei kleinster Anstrengung hingegen auf einen Lungen-Qi-Mangel.
Ziel ist es ein Disharmoniemuster aufzudecken. Zehn Fragenkomplexe haben sich über die Jahrhunderte herauskristallisiert und bewährt.
- Fieber oder Frösteln?
- Schwitzen
- Kopf und Körper
- Brustkorb und Bauchraum
- Appetit, Geschmack im Mund
- Durst, Trinkverhalten
- Stuhlgang, Wasserlassen
- Schlaf (Einschlafen?, Durchschlafen?, Träume oder Albträume?)
- Ohren, Augen (Verlust von Hör- und Sehschärfe?)
- Frauenheilkunde (Menstruationsbeschwerden?)
Während es Gespräches wird der Arzt den Patienten genau beobachten.
Körperbau, Statur werden in Augenschein genommen, wie ist der Blick - sind die Augen glänzend oder stumpf. Sind die Schleimhäute gerötet oder gar bläulich? Wie ist der Körpergeruch? Welche Falten ausser Altersfalten zeigen sich im Gesicht? All dies gibt dem erfahrenen Therapeuten (Arzt) Aufschluss über das Verhältnis von Yin zu Yang.